Wickedy

Zwei Kerle, einen entspannten Abend und ein paar Clips mit FanArt zum Thema „Dark Disney Princesses“, mehr hat es nicht gebraucht, um eine der tollsten Schnapsideen hervorzurbringen, die leider niemals verwirklicht wurden. Dabei standen die Zeichen nicht mal schlecht, der eine konnte zeichnen, der andere schreiben, beide wussten mit ihren Stimmen umzugehen und wollten auf Teufel-komm-raus eine Ausrede finden, diesen dunklen Versionen Leben einzuhauchen. Das Ergebnis war Wickedy, geplant als eine animierte Graphic Novel von epischem Ausmaß und Tiefe.

Thema: Die Rolle der Vernunft in einer unvernünftigen Welt.

Plott-Thema:Die Frauen des Disney-Imperiums rebellieren gegen das Patriarchat, die als am verrücktesten geltende erlangt die Herrschaft, errichtet einen freiheitlichen Rechtsstaat und scheitert an einer neuen Revolte derer, die sie vorher angeführt hat.

In fünf Staffeln á 14 Episoden sollte dabei ein Feuerwerk an Anspielungen, letztlich unnötiger Gewalt und düsterer Ästhetik abgebrannt werden, um aller Welt Futter für Analytiken und Stoff zum endlosen Weiterspinnen zu geben.

Auch wenn wir es am Tag nach jenem Abend sehr ernsthaft angegangen sind – zwei Hauptleistungsbringer und eine Handvoll Sprecher/innen für ein Charakterpersonal, das schon in der Planungsphase größer war als das aller sechs Star Wars-Filme zusammen, sowie ein Budget von exakt Null waren einfach zu wenig. Dabei hatten wir schon Wetten laufen, wer uns wohl zuerst verklagen (und damit am deutschen Urheberrecht scheitern) würde. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine tolle kreative Phase, ein ziemlich großes Konglomerat an Ideen und Ausarbeitungen und, das eigentlich Interessanteste, ein zu einem best. Zeitpunkt seiner Entstehung quasi eingefrorenes Werk, bestehend aus Arbeitsanweisungen, Liedtexten, Drehbuchteilen und Plottnotizen, was an sich schon interessant, in seiner Machart aber vor allem auch amüsant ist. Man braucht keine Wasserwaage, um das Gesamtgefälle des Arbeitsstandes zum Zeitpunkt der Aufgabe zu bemerken. Detailideen verdichten sich zur Ausführung des ersten Stückes, das große Schema rückt in den Blick und wird geplant, unkoordiniert schießen die Ideen ein und bekommen ihre Plätze im Gesamtgefüge zugeteilt, damit sich am Ende alles zu einem Ganzen füge – die in der Fragen-Sektion aufgestellte Behauptung, dass alles auf die Sekunde genau durchgeplant gewesen sei, stimmt nicht so ganz. Aber es war weit genug gediehen, dass für jede neu hinzu kommende Idee nahezu sofort klar war, ob es einen Platz für sie gab, oder nicht, ein wirklicher Zufall war nicht mehr möglich, sondern nurnoch Folgerichtigkeit. Nächstes Mal werden kleinere Brötchen gebacken, aber die werden dafür auch fertig.

Und nun rücke ich den Teil, an dem ich die Rechte habe, heraus, gesammelt und sortiert. Möge es vergnügen:

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