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„Das Schönste daran sind halt die rot-weiß-roten Streifen.“ (Falco; Bildquelle: Wikimedia Commons)

Heimlich freut sich der Autor über den Ausgang der US-Wahl. Einmal, weil er bedeutet, dass mein Kassandra-Komplex immernoch funktioniert. Außerdem kann ich jetzt folgende zwei Sätze loswerden:

Damals, als der letzte Bush gewählt wurde, dachten auch alle, die Welt würde untergehen. Dann ging sie wirklich unter, aber er war es gar nicht gewesen.

Nicht ganz so heimlich ging hier vorhin das große Heulen los, als die Nachricht endlich ankam. Aber das wäre mit Clinton auch passiert.

Der eigentliche Punkt ist: So sehr wir Deutschen auch wissen, wie großen Schaden ein einzelner Irrer mit genug Macht anrichten kann — viele US-Bürger haben selber gesagt, dass es bei dieser Wahl nicht wirklich „gute“ Kandidaten gab. „Plutonium vs. Uran“ hab ich das für mich mal zusammen gefasst (und mich privat für Blei entschieden, weil das wenigstens einen gewissen Strahlenschutz bietet). Und dann ist dieses Volk traditionell sehr wachsam gegenüber seiner Regierung. Eigentlich kann man schonmal die Tage zählen, bis der erste Misstrauensantrag gegen den neu gewählten Präsidenten losgeht. Außerdem vielleicht ein ganz heilsamer Schock für uns selbst, hier stehen ja demnächst auch Wahlen an.

Ob „wir“ (wer genau bitte, Genossen?) jetzt aber wirklich die westlichen Werte auch noch gegen die USA verteidigen müssen, wie Zeit Online prompt titelt — ist das kulturell nicht schon seit Jahren der Fall? Seit Trigger-Warnungen auf altgriechischen Schäferidyllen, „safe space“ genannten Minenfeldern, Rape Culture und Pronomen-Spielen? Fällt ein Zaphod Beeblebrox da wirklich so sehr ins Gewicht?

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