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zu Teil 1: Neulich im Außendienst

War es ein Zeichen oder ein dummer Zufall? Fünf Meter neben ihnen schlug etwas ein und zerbarst mit einem grässlichen Diskord.
„Wenn wir uns zum Krater begeben, müssten wir einigermaßen sicher sein.“ – Du vertraust auf die Stochastik, während Schicksal offensichtlich gerade auf die Regeln pfeift und Amok läuft? – Uns bleibt gar nichts anderes übrig. Du hast gesehen, wie viele davon aufgestiegen sind.
Also kauerten sie sich in das Loch im Boden, warteten ab und übersahen die Lage. Der Anblick war weniger spektakulär, als man nach dem Lärm hätte erwarten mögen: Das Feuer am Boden hatte es schwer, gegen die vom Frühlingsregen vollgesogenen Wände anzukommen und schwelte eher unmotiviert vor sich hin, während am Himmel nichtmal eine Handvoll blassblauer Sterne noch stieg oder schon fiel. Was auch immer es war, das da rudelweise zu fliegen versuchte, wenigstens waren davon nicht allzu viele Exemplare bei der Explosion entflammt.
„Sobald alle unten sind, müssten wir das Schlimmste überstanden haben.“ – Du meinst: Sobald alle unten sind und falls Er nicht nachtragend ist. – Warum sollte er? Er ist bloß ein Technokrat.
Sie lauschten auf verdächtiges Hufklappern, bekamen jedoch nur drei weitere Einschläge zu Gehör. Einer davon mit Brandsatz, der sich großzügig auf die umstehenden Bäume verteilte, aber auf die selben Probleme stieß, wie das Feuer in der Stadt.
„Wenigstens haben wir jetzt Licht.“
Sanna sah ihn ernst an.
„Was hast Du Dir dabei gedacht?“ – „Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod.“* – Du hast ihm den Arm gebrochen. Zugegeben, sehr beeindruckend, aber doch noch ein paar Hausnummern von „vernichten“ entfernt. – Immerhin hat es ihn erfolgreich von seiner Pflicht abgehalten. – Ich hab Dich nicht darum gebeten, schnappte sie und hustete. Die Aufregung bekam ihr nicht. Und die Nachtkühle schon gar nicht. „Ich hatte mich damit abgefunden.“ – Ich mich aber nicht. Und wie oft bekommt man schon so eine Chance?“
Sie konnte nur den Kopf schütteln.
„Aber dafür vielleicht die Apokalypse auslösen? Für einen einzigen Menschen?“ – Wenn es derjenige Mensch ist, ohne den einem die ganze Welt gestohlen bleiben kann… Und wir werden eine Möglichkeit finden.“
Nachdem der Klavierschauer aufgehört hatte, fielen beide in einen unruhigen Schlaf. Der nächste Tag fand sie klamm, aber lebend vor und die Sonne tat ihr Bestes, ihnen die Kleider zu trocknen und neue Zuversicht einzuflößen. Wie es aussah, hatten sie jetzt erstmal Zeit. Die Zukunf war wieder offen.


*) 1.Kor. 15,26.

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