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schwarzrosagold

schwarzrosagold – wer ahnt, was gleich kommt, bekommt ein Kompliment für gutes sich-auskennen.

Bloß kein Kulturkampf!“ schreibt ZeitOnline als wollten sie mich als Leser loswerden. Aber zu ihrer Verteidigung: Es handelt sich um eine Inhaltswiedergabe einer Rede der Bundeskanzlerin. Trotzdem stellt sich die Frage: Warum eigentlich nicht? Solange er kultiviert geführt wird?

Wäre nach dem Haager Landkriegsrecht und den Genfer Konventionen ein weiterer glorreicher Schritt in der Selbstzivilisierung des Abendlandes.

Eine Kultur enthält die Definition einer Gesellschaft. Sie kann über lange Zeit unausgesprochen, unbewusst, unangefochten vor sich hin existieren, wird dann aber auch hemmungslos stagnieren (zB daran erkennbar, wenn eine Epoche länger als zwei-, dreihundert Jahre dauert).
Wenn sie ihre vermeintliche Selbstverständlichkeit aber verliert, dann muss man sich eben Gedanken machen und auch darüber austauschen und dies wird auch nicht immer ohne Konflikte abgehen; mit anderen Worten: Es braucht Bewegung in der Bude und ist absolut hinnehmbar und sogar wünschenswert, solange nur ein paar Grundregeln guten Benehmens eingehalten werden – eine Patrone ist kein gültiges Argument.
Dass solches Bewegen einer konservativen Partei nicht unbedingt „im Blut“ liegt, ist ja einzusehen. Aber eigentlich handelt es sich dabei um nichts weiter, als einen von vielen Vorschlägen für die Definition der Gesellschaft. Mit anderen Worten: Um eine Stellungnahme in der Auseinandersetzung um die Kultur. Um ein Stück Kulturkampf.

Und es tut mir nicht einmal leid, ehrlicherweise nur sagen zu können, dass wir uns ohnehin schon mitten drin befinden. Nichteinmal unbedingt als Kampf zwischen Kulturen (wie auch immer soetwas aussehen sollte – Menschen kämpfen, Kulturen sind abstrahierte und mehr oder weniger integrierte Summen über das Leben in den Gesellschaften, zu denen sie gehören), auf jeden Fall aber in Form eines Ringens innerhalb der Gesellschaft um deren allgemeine Beschaffenheit. Spätestens seit PEGIDA (1) auf der Bildfläche erschienen ist, seit Mittwoch erst recht. Prüfen wir alles. Sehen wir zu, dass wir nur das Gute, die guten Ideen, behalten und alles andere schleunigst los werden. Es gibt schon genug falschen Unfug in der Welt.

In diesem Sinne:

Wenn man für den „falschen Blödsinn“ das Richtige einsetzt (und da er nicht näher qualifiziert wird, lässt sich mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass es sich um eine Variable handelt), z.B. alles, was der normalen Vernunft komplett wiederspricht und dabei ernst gemeint wird (und was bitte anderes soll man denn unter dem Gegensatz zum wahren Blödsinn, zur gutmütigen Blödelei oder eben der kritischen Veralberung annehmen?) – ist das eine Kabarett-Nummer ganz alter Schule.
Oder geht da mit mir jetzt der „Es muss doch einen Sinn haben“-Impuls durch?


(1) Zu denen wird man von mir übrigens so lange nichts zu hören oder lesen bekommen, bis ich an Informationen aus erster Hand gekommen bin.

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