Immediate Rebuttal(s)

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(St., consider it a late appreciation. Love you, hate you, keep up the good work!)

-„So as of now this vessel’s come to a stage where everything’s connected to everything else and in order to even  get  one point through I’d have to explain everything all at once – obviously a task impossible by means of language…Yeah?“
-„Sorry to interrupt, but that kiiiiiindaaaaaa sooooouuuunds liiike..a little paranoic to me?“
-„Which assesment you’ve come to by merit of the extensive knowledge gathered throughout intense psychiatrical studies you conducted exactly when?“
-„…“
-„Another question?“
-„What’ll happen now?“
-„That’s easy: Everyone passes –“
[cheers of relieve from the audience]
-„– who will manage to come here every week and sit through 90 minutes of un-dis-turbed silence for the rest of semester.“(1)
-„How’s this about to teach us anything?“
-„After all: You’ve signed up for Philosophy. Therefore I deem you familiar with the concept that what you cannot claim, you need to demonstrate. That’s the deal offered. And assumedly I am facing adults by now. So by your best judgement, take it or responsibly take the chance to leave now.“


Gespräche, die so niemals hätten stattfinden sollen, 8. Livemitschnitt.

Sehr lose Reihe:

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Es hat begonnen

In Understanding Nonsense habe ich behauptet, dass „Universitäten kulturdynamische Vorposten sind. Und … sich aus dem angelsächsischen Raum gerne mal kulturelle Phänomene (bugs und features) auf den alten Kontinent exportieren.“

Westanschluss

Obacht Welt, wir schließen auf

Nichtmal ein Jahr später hätte ich mich gerne geirrt. Aus UK und US hört man die letzten Jahre immer wieder von den merkwürdigsten Aktionen, von geplanten Trigger-Warnungen in Literaturklassen bis hin zu Sprechverboten bei Campus-Veranstaltungen.

Ein erster, typisch deutsch sehr vorsichtiger Testballon, scheint jetzt in Marburg gestartet zu sein. Es ist noch kein Sprechverbot, sondern eine Ausladungsempfehlung, die Begründung impliziert, dass Studenten sich heutzutage keine fünf Sekunden mehr auf irgendetwas kon…oh, Schmetterling…

Und manchmal schneidet das Messer die eigene Hand

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…was nicht bloß blöd ist, wenn man gerade in der Küche steht, sondern noch viel blöder, wenn Reputation und Lebensunterhalt auf dem Spiel stehen.

Return of the Justice?

Letzten Mai hatte ich mich ja anlassweise über die marxistischen Wurzeln des modernen…ähm…ich glaube, eigentlich soll das „kritische Theorie“ (vrmtl wie in „kritische Masse„) sein; es als Feminismus zu bezeichnen, dazu kann ich mich dann doch nicht wirklich durchringen (dazu hat die erste Welle letztlich einen viel zu guten Job hingelegt (danke, Mädels)).

Es gibt ein kleines Update über die Protagonistin des Anlasses (die keine Sexistin sein können will, weil sie eine Frau kein Mann ist, und keine Rassistin, weil sie nicht „weiß“ ist):

(Spoiler-Alarm: Video enthält einen fortgeschrittenen Handlungsteil aus Riddick: Chroniken eines Kriegers (5:15-5:45);
Trigger-Alarm: Jemand Stirbt (5:15-5:45);
Vanilla-Alarm: Die Tötungsszene dürfte tatsächlich jugendfrei sein (5:15-5:45);
PC-Alarm: Jemand spricht sich gegen Gleichschaltung aus. Mehrere Jemande.)

Die Süße Ironie an der Sache ist, dass es sich bei Hatespeech, jedenfalls so, wie das in letzter Zeit angewendet wird, widerum um eine linke Idee handelt, die dann teilweise in die Ordnungen von Unis und einigen Gesetzeskörpern übernommen wurde.
Dass wir uns nicht falsch verstehen: Es gibt Redeweisen, die legitim als Hatespeech (oder unter sonst einem Etikett) illegal sein sollten, allen voran ernste Drohungen und Rufmord.
Das schöne daran ist, um auf das Thema vom letzten Mai zurück zu kommen: Genau so sieht eine Welt ohne Privileg aus: Ein Straftatbestand ist definiert, und wer ihn erfüllt, wird bestraft, völlig egal, wie es mit der Pigmentierung der Haut oder in der Unterhose aussieht.

Wilkommen im Westen.

Die Sammelbilder kommen

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Es ist soweit. Ab Mai diesen Jahres sollen Zigarettenschachteln und Tabackbeutel auf zwei Dritteln ihrer Breitseiten „Warnbilder“ und „aufklärende Texte“ enthalten. Der Bundestag könnte das zwar noch abwenden, aber da es sich um die Umsetzung einer EU-Verordnung handelt, ist zweifelhaft, ob dies passieren wird.
Endlich kann der große Spaß also losgehen, dass ich meine kleinen Gimmicks zum Ausschneiden, Sammeln und Tauschen bekomme. Ich meine: Zigaretten und Taback sind schon extrem teuer (geworden), da kann ein bisschen Fanservice sicher nicht schaden. Und mit ein wenig Extra-Design könnte man damit „Magick The Gathering“ spielen. Ich freu mich drauf.

Na schön: Das Thema Gesundheitsrisiken durch Rauchen ist ein sehr ernstes und sollte ernsthaft behandelt werden.

Warum wird es also nicht ernsthaft behandelt?

Schockbilder sind keine ernsthafte Behandlung von irgendwas, sondern nur und einzig dazu da, zu schockieren. In diesem Fall soll dann der Schock instrumentalisiert werden, um unerwünschtes Verhalten zu verhindern oder unwahrscheinlicher zu machen.
In jedem anderen Bereich wird es umgehend kritisiert, wenn etwas nur für seinen Shockvalue gemacht wird. Ohne dieses Problemchen könnte z.B. die eben sehr gorepornige SAW-Reihe doch ganz gut als Kultur- und Sozialkritik durchgehen, oder nicht?

Und was „aufklärende Texte“ im Zigarettenschachtelformat betrifft: Nein!
Aufklärung ist ein sehr komplexer Vorgang, bei dem ein Thema von allen möglichen Seiten behandelt und in einer Vielzahl von Blickwinkeln dargestellt werden muss, auch, damit möglichst viele Menschen die Chance haben, überhaupt zu verstehen, worum es geht und was warum wie ist (oder sein soll). Deswegen brauchen wir sowohl die klassischen Autorentexte der Philosophie (und aller anderen Wissenschaften), als auch die Wikipedia-Artikel zu ihnen, als auch den dtv-Atlas Philosophie, als auch Sophies Welt, Die Philosophischen Hintertreppe, die „für Dummies“-Bücher uvm – und natürlich auch die Bereitschaft, uns Gegenargumente anzuhören, zu verstehen, zu prüfen und zu beantworten.
Das ist mit nichtmal einer A5-Seite Text, der auch noch groß und fett gesetzt sein soll, m.E. nicht machbar, und das werde ich so lange für wahr halten, bis mir jemand die die Aristotelische Logik klar, deutlich und vollständig in einer(!) SMS zusammenfasst.
Was in so einem beschränkten Format aber allemal geht, ist: Propaganda.
Natürlich gehen auch normale Warnungen wie „Vorsicht! Steinschlaggefahr!“, aber die „Aufklärungstexte“ auf Tabackprodukten, die mir in den letzten zehn Jahren tatsächlich vorgekommen sind, gehen eher in Richtung Propaganda.
Wenn ich sie überhaupt noch wahrnehme.
Möglich, dass es genau deswegen jetzt zu den Bildern kommen soll, nach dem Motto: Nachdem die Gewöhnung eingesetzt hat, müssen wir halt die Dosis erhöhen. Die Frage ist nur: Wenn wir uns in zehn Jahren daran gewöhnt haben werden, dass Tabackprodukte mit Bildern verunziert sind, für die Filme eine ab 18-Einstufung kassieren würden – was dann?

Um aber auf die „aufklärenden“ Propaganda-Texte zurück zu kommen: Ich hab da ein paar Lieblinge.

Einer der frühesten Klassiker war „Rauchen lässt Ihre Haut altern“ (schon 2006 gesichtet).
Nun, ich habe Grund zur Annahme, dass das sexistisch ist. Es spielt mit der, nein, es benutzt die verbreitete Angst von Frauen, nicht gut genug auszusehen – und reiht sich damit ein in die lange Kette der Werbebotschaften, die vorgeben, es komme auf nichts anderes an, als gutes Aussehen.
Abgesehen davon, wisst Ihr, was die Haut auch altern lässt? – Sonnenlicht. Und Make Up. Und natürlich der größte Gesundheitskiller und Witwenmacher von allen: Zeit.

Immerhin gibt es ein schönes Beispiel dafür, dass und wie Sexismus sich gegen beide Geschlechter richtet: „Rauchen kann die Spermatozoen schädigen und zu Impotenz führen.“
Die Sache ist die: Ja, viele Männer sind empfindlich, wenn es um ihre Genitalien und deren Funktionalität geht (Womit ich übrigens nicht ausschließe, dass Frauen mit ähnlichen Komplexen zu kämpfen haben, aber offensichtlich sind sie hierbei nicht als Zielgruppe anvisiert). Ein Ausfall der Sexualität bei Querschnittslähmung kann zu Depressionen führen, manche Filmszenen würden ohne diese Empfindlichkeit gar nicht funktionieren etc., aber all das sind Probleme bzw. Teil eines Problems, unter dem Männer leiden (können) – die Suggestion, als Mann ohne fuktionierenden Genitalbereich nicht mehr vollständig zu sein, die Reduktion von Männlichkeit auf die Sexualität. Was durch diesen Text widerum ausgenutzt und betätigt wird.

Um das in die richtige Perspektive zu bekommen: Fruchtbarkeit, körperliche Unversehrtheit, Schönheit und sexuelles Empfinden waren immer, sind und sollen auch wichtige Themen sein – aber absolut nichts davon ist geeignet, einen Menschen als Person vollständig zu definieren.
Wie man auch niemanden mit dem Attribut „Raucher“ vollständig charakterisieren kann.

Und dann gibt es da noch eine statistische Frechhaftigkeit: „Rauchen verursacht neun von zehn Lungenkarzinomen.“
Ich habe keine Ahnung, was ein Lungenkarzinom ist, aber: Dieser Befund ist vor allem eine gute Nachricht für Karzinome. Und er sagt mir, dass 90% davon bei Rauchern auftauchen werden, ja.
Rein gar nichts sagt er aber darüber, was das jetzt für mich als Raucher bedeuten soll.
Er sagt nicht, wie viele Raucher im Verhältnis zu Nichtrauchern mit einem Lungenkarzinom konfrontiert werden, und schon gar nichts sagt er darüber, wie häufig diese Dinger überhaupt auftreten. Mit anderen Worten: Dieses Stück Information ist für Raucher irrelevant, denn was wir wissen müssten ist: Steigt dadurch jetzt mein Risiko, ein Karzinom zu bekommen, oder nicht? Und wie sehr?
(Beim Verlassen des Hauses und der Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr steigt das eigene Sterblichkeitsrisiko beträchtlich – und das betrachten wir alle als hinnehmbar, bzw. diagnostizieren jedem eine Angststörung, der ein Problem damit hat.)
Der Text versucht zwar den Eindruck eines erhöhten Risikos zu erwecken, weist aber letztlich bloß eine Korellation aus, der es darüber hinaus an Anwendbarkeit und Kontext mangelt.
Ich frage mich, ob es ein Ehrlicher Fehler der Verantwortlichen war, diese Darstellung falsch herum aufzuziehen, oder ob es einen bestimmten Grund dafür gibt, nicht damit herauszurücken, wie viele Raucher Karzinome bekommen?

Wir haben es also mit Texten zu tun, die die Emotionalität ansprechen. Wir sollen es mit Bildern zu tun bekommen, die die Emotionalität ansprechen. Das ganze wird als „Aufklärung“ bezeichnet.
Hatte Aufklärung nicht mal etwas mit Vernunft zu tun?

Um zu einem Schluss zu kommen: Man kann die Sache mit einem Diskurs regeln, bei dem dann auch die Diskursiven Regeln gelten, u.a., dass alle Teilnehmer alle Teilnehmer ernst nehmen.
Denn in der Regel kann man jemanden nur erreichen, wenn man ihn ernst nimmt. Jemand, der merkt, dass er respektiert wird, wird auch eher bereit sein, zuzuhören und ernsthaft zu erwägen, was man ihm zu sagen hat.
Propagandabotschaften hingegen nehmen niemanden ernst, sondern behandeln alle als Etwas, auf das einzuwirken ist, damit es so funktioniert, wie es funktionieren soll.
Da ich mich nicht als etwas sondern als jemanden betrachte, mache ich dann natürlich erstmal dicht und von daher sind staatliche Schocktherapien nichts weniger, als hilfreich.

ODER, wenn wir es schon mit einem Gesetz regeln, dann mache man es bitte richtig und verhänge eine Prohibition. Mit Verboten kann man arbeiten. Sie sagen ganz exakt, was geht und was nicht und dann kann ich mir aussuchen, ob ich in die Kriminalität gehe, oder nicht.
Natürlich müsste der Staat dann auch auf die Einnahmen aus der Tabacksteuer verzichten. Und Geld für die Durchsetzung ausgeben, die Verhinderung von Schmuggel, die Verfahren gegen Dealer und Konsumenten – und letztlich deren Haftunterbringung und anschließende Resozialisation.

Aber solange ich Väterchen Staat mit Extrageld versorge und zum Dank dafür von ihm ein schlechtes Gefühl in der Magengegend verschrieben bekomme, solange ist da offensichtlich etwas faul im Staate D.

Ach ja: Sofern ich nicht vorher das Rauchen aufhöre, werde ich wirklich eine Bilderchen-Sammlung und eine Galerie dazu anlegen.

Das wird ein Spaß.

PEACE!

Und-Ich-Kotz-Ze-Re-Gen-Bö-Gen-In-Ei-Nen-Hi-Mmel-Aus-ANGST

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Da Samsas Traum traditionell mehr spalten als vereinen, würde ich sagen: Hört einfach selber, während ich anlässlich meines Geburtstags eine dringende Anschaffung nachhole, vor der ich mich hauptsächlich fürchte. Bekloppt kann man sein, aber Lebensschuld ist Ehrenschuld

Heiliges Herz – Das Schwert Deiner Sonne hatte damals schon vier Monate darauf warten müssen von mir gehört zu werden (und Wenn Schwarzer Regen nochmal sieben Wochen mehr), so rein von der Titelliste und den Amazon-Rezensionen zu Posie: Firedrichs Geschichte her kann es gut sein, dass ich danach für eine Weile nicht mehr in der Lage bin, meine Stufe-1-Restriktionen (die die motorischen Grundfunktionen gewährleisten) aufrecht zu erhalten.

Was (mir) vorab bekannt ist: Thema des Albums ist die „Euthanasie“* an „Behinderten“ im dritten Reich (bitte sehr, bitte gleich**). Ferner, dass das Projekt per Kickstarter finanziert wurde und es in der Ankündigung hieß, man werde mit „echter Finsternis“ arbeiten. Habe ich an sich kein Problem mit, außer, dass hier damit wohl das Licht der Krematorien gemeint ist.

Fazit: Keine Ahnung, ob das Ergebnis ein weiteres brütendes Schweigen oder eine graphomanische Langzeitepisode sein wird. Either way: Diesmal ist vorher bekannt, woran es liegt.

PEACE!


*) Gutes sterben sieht anders aus.

**) An Tucholsky kommt man einfach nicht vorbei: http://www.textlog.de/tucholsky-das-dritte-reich.html

An meine Landsleute

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Ich habe es letzte Woche wohl etwas übertrieben. Es ist keine gute Zeit, um den Kopf zu verlieren.
Aber je länger je mehr komme ich mir fremd im eigenen Land vor, und das liegt nicht an irgendwelchen Neuzugängen, sondern an der Geistlostigkeit der Alteingesessenen. Wenn in der Hitze der Auseinandersetzung so ziemlich alle sämtliche guten Manieren fahren lassen, halte ich das jedenfalls für kein gutes Zeichen.

Eine Drohkulisse für Leute aufzubauen, die gerade unter schwersten Entbehrungen aus einer Drohkulisse geflohen sind, ist natürlich unterste Schublade, zwischenmenschlich ekelhaft und auf einer rein technischen Ebene auch noch reiner Blödsinn – wer Probleme an der deutschen Asyl- und Flüchtlingspolitik sieht, sollte sich an diejenigen Wenden, die sie machen und nicht diejenigen belästigen, die sie lediglich durchführen oder von ihr betroffen sind.
Polizisten und Geflohene sind einfach die falschen Adressaten und statt sie anzugreifen, sollte man mit den Politikern reden. Oder ihnen schreiben . Das ist der Kern demokratischer Prozesse.
Stattdessen lieber Krieg zu spielen (weil es ja so viel aufregender ist, Action zu machen, als sich in ein ewiges hin und her an Worten zu begeben), ist nichts anderes, als eine Infantilität.

Was auf der anderen Seite aber ebenfalls gar nicht geht, ist entmenschlichende Rhetorik.
Wenn ein Ministerpräsident sich zu einer Aussage wie „Das sind keine Menschen, das sind Verbrecher“ hinreißen lässt, frage ich mich, ob er sich nicht ein neues Volk wählen sollte. Vielleicht eins auf Valium.
Here’s your problem, silly: Ein Verbrecher muss ein Mensch sein, sonst kann er nicht verbrochen haben.
Zur Einordnung: Meine Abneigung gegen diese Art der Sprache geht so weit, dass ich mich im Gespräch auch erstmal mit jemandem angelegt hatte, der die Mitglieder von Daesh („IS“) als „Bestien“ etc. bezeichnete. Promt ging es statt um Terrorismus und die Nachteile eines Gottesstaates für die nächste halbe Stunde um mich und den offenbar zweifelhaften Status meiner geistigen Gesundheit.

Um das also klarzustellen, hier ist mein Problem damit:

  1. Entmenschlichung ist Realitätsleugnung. Jemanden als Nicht-Mensch zu bezeichnen oder sonst mit entmenschlichender Rhetorik zu belegen, der offensichtlich ein Mensch ist, aber eben ein paar menschentypische Fehler gemacht hat (andere Lebensformen, die wir kennen, können diese Art Fehler gar nicht machen), bringt zwar Eines: Stärker kann man sich nicht davon distanzieren (wie wenn der Papst dem Herrn Trump das Christsein abspricht oder Terroristen von moderaten Muslimen als keine wahren Muslime bezeichnet werden), sitzt aber dem Problem des wahren Schotten auf. Es ist logisch so nicht möglich, sachlich falsch und führt oft genug dazu, das letzte bisschen Redebereitschaft bei der Gegenpartei totzutrampeln.
  2. Entmenschlichung war immer das Mittel der Wahl im Totalitären. Mit anderen Worten begibt man sich damit in die Gesellschaft von Adolf Hitler, Joseph Stalin, Mao Tse-Tung, Wilhelm Piek, Kim-Jong Un … Und da ich unter der Regierung Honecker geboren wurde, finde ich das nicht so wirklich toll, wenn diesen Knallchargen jemand nacheifert. Völlig egal, wer.
  3. Wen man nicht mehr als Menschen anerkennt, mit dem kann man machen, was man will. Da es kein Mensch mehr ist, und offensichtlich auch keine Pflanze, muss es sich um ein Tier handeln. Tiere unterteilen sich in Wild-, Nutz- und Haustiere. Und was macht man mit Tieren, wenn sie nicht brav sind?
  4. Entmenschlichung ist ein Bummerang. Fängt man einmal damit an, Personen nicht mehr als solche anzuerkennen, läuft man Gefahr, sich selbst zu unmenschlichem Handeln verleiten zu lassen. Denn „wir sind ja immerhin die Guten“, also muss alles, was wir tun, das Richtige sein. Schließlich geht es gegen diese unmenschlichen Bösen.

Man kann Taten verurteilen.
Man kann Menschen für ihre Taten verurteilen.
Aber wenn es eine Grenze des Anstandes gibt, dann hat die gefälligst für alle zu gelten. Andernfalls könnten wir unsere Dispute auch einfach mit Boxkämpfen austragen. Oder wie in der „guten alten Zeit“ mit hundertjährigen Kriegen.

Und nach all dem Gemecker ein positives Beispiel, wie man rhetorisch vernünftig auf die Vorfälle in Bautzen und Clausnitz reagieren kann:

https://feuerbringer.wordpress.com/2016/02/22/ostdeutschland-und-fremdenfeindlichkeit/

PEACE!

Gedanken zum Keks-Witz

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Für den Fall, dass den jemand nicht kennt, er geht so:

https://i0.wp.com/cdn.morguefile.com/imageData/public/files/a/5demayo/09/l/1441947082t08hu.jpg

„Komm auf die Dunkle Seite – wir haben Kekse!“ (Bildquelle: Morguefile.com)

Zugegeben, der Witz ist so alt, dass es ihn schon vor „Star Wars Episode I Die Dunkle Bedrohung“ (wie lang kann ein Titel für einen Kassenschlager eigentlich sein?) gab.

Kann es sein, dass George Lucas die Prequel-Trilogie zu dem Zweck gestartet hat, diesen Witz zu untermauern und zu erklären? Denn: Die Rache der Sith ist der einzige Star Wars-Film (von allen sieben), in dem es nichts zu essen gibt.

Reminiszenz: In Eine Neue Hoffnung sehen wir Lukes Familie beim gemeinsamen Mahl (blaue Milch), und natürlich wird die Bar (offiziell „Cantina“ und Kantinen sind dafür bekannt, dass es da etwas zu essen gibt) besucht, in der Han zuerst schießt. In Das Imperium schlägt zurück erwartet Vader Solo und Co (klingt irgendwie falsch) in der Wolkenstadt an einem gedeckten Tisch und lädt sie zum Abendessen ein. Nett von ihm. In der Rückkehr der Jedi-Ritter vergeht einem angesichts von Jabbas nicht vorhandenen Tischmanieren erst der Apetit, dann sollen bei diversen Gelegenheiten die Helden verspeist werden (erst der Rancor (das große Vieh im Keller), dann der Sarlacc (die Wüstenblume), dann diese kleinen Hobgoblins Ewoks, die am Ende Vader-Flambé bekommen). Dunkle Bedrohung: Größerer-Fisch-Witz. Zwei Mal. Dann versucht Jar Jar auf Tatooine, etwas von einem Marktstand zu klauen (hier schon ein Omen?). Angriff der Klonkrieger: Ani und Mathilda Padme spielen nicht nur auf den Wiesen von Naboo miteinander, sondern zuhause auch mit dem Essen, den wesentlichsten Hinweis für den ganzen Plot erfährt Obi Wan von einem Koch und auf Kamino sehen wir die Gebrüder Totschlag Klone beim gemeinsamen Familienmahl. Erwachen der Macht: Die ganze erste halbe Stunde geht es darum, wie Rey sich ihre Mahlzeiten organisiert.
Einzig bei Rache der Sith ist beim Thema „Essen“ absolute Fehlanzeige. Und es ist der einzige, bei dem jemand zur Dunklen Seite™ konvertiert. Hunger macht halt böse. Das entschuldigt zwar nicht, eine ganze Kindergartenklasse abzuschlachten (egal, wie nervig sie sind), aber Elternfiguren mit Gemeinheiten anschreien wie in der tiefsten Pubertät ist da durchaus innerhalb des Erwartungswertes, vor allem unter Stress (könnte auch erklären, warum die Gruppe in SAW II sich so idiotisch benimmt).

Also ja, eigntlich ist alles Obi Wans Schuld.
Hätte er seinem Schützling mal eine Lunchbox fertig gemacht.

Mag mal jemand an die Kinder denken?

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Hach ja, unsere Alltagsdrogen.


I am aiming for you. (Bildquelle: Morguefile)

Gerade noch stelle ich beim Ausfüllen des Global Drug Survey 2016 fest, dass ich die Finger tunlichst von Rotwein lassen sollte, und wundere mich, warum es so schwierig ist, von einigen Leuten Bilder ohne Zigarette zu finden, da kommt aus Lettland die Nachricht herein, dass Energy-Drinks der eigentliche Feind der Volksgesundheit sind und für Minderjährige verboten gehören. Weiterlesen

Klassenkampf trifft Independence Day

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Ja, ich lebe noch, wünsche überdem allen ein gesundes, erfolgreiches und möglichst angenehmes Jahr 2016 (viel schlimmer, als letztes Jahr kann es ja nicht werden) – und…ja. War halt beschäftigt; und sprachlos, und sowieso schon immer der Meinung, dass ich auch die Klappe halten kann, wenn ich nicht weiß, was sagen.

Also fangen wir jetzt mal mit einer Anime-Besprechung an.
Was Anime ist? – In Japan entwickelter Trickfilm. Punkt. An Genres und Qualitäten gibt es da in etwa so viele, wie bei westlichen Real- (Live Action) Filmen. Also alles vom hinterletzten Billig-Porno bis hin zum die Grenze zur Hochkunst vernichtenden emotional, erzähltechnisch und von der Botschaft her alle Klassen schlagenden All-Time-Klassiker. Weiterlesen

Free Pun

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  • „Oh, come on! Can’t you just use a little common sense?!“ – Yeah, funny thing ‚bout that. My only common sense is ballance. Everything else seems to be either ridiculously weak or absurdly over-sensitive.

Gespräche, die so niemals hätten stattfinden sollen, 7. Livemitschnitt.

Sehr lose Reihe:

Multiplity

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Da ich gerade mal wieder als Datensatz an einer dieser witzigen Umfragen teilgenommen habe, mit denen einige ihre Abschlussarbeit bestreiten, indem sie sie als empirische Grundlage nehmen:

  • Sozialwissenschaftler könnten viel von Naturwissenschaftlern lernen. Und das betrifft nicht nur die Mathematik.


„Also lass sie Deine Stimme hör’n, weil jede Stimme zählt!“ (Die Ärzte) – Bildquelle: Morguefile.com

Man weiß, dass etwas schief gegangen sein muss, wenn man sich genötigt sieht, zu seinen selbst zugeschriebenen politischen Kategorisierungen eine Erklärung hinzuzufügen. Also eigentlich andauernd, Weiterlesen

„Wir danken für unser Leben gern“ (Titanic)

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Satire hilft bei der Diagnose. Wenn sie sich daran macht, an der Heilung mitzuwirken, wird es ein bisschen unheimlich, weil die Situation paradox anmutet. Man stelle sich einen Krankenhaus-Clown vor, der plötzlich im OP-Saal steht. Es ist einfach unbekannt, wie gut er darin wohl abschneiden wird. Oder aufschneiden, wenn sich hier schon ein Wortspiel einschleicht. Oder zunähen, wenn man es mal weiter denkt.

Im Juli hat die Titanic jedenfalls die Kampagne „Flucht nach vorne“ – vermutlich gstartet. Falls es eine Kampagne ist. Immerhin verkaufen sie Postkarten mit den Motiven, welche sich der Deutschen liebste Haltungsschäden im Umgang mit ihren außerdeutschen Mitmenschen vornehmen. Nähme man es mal für zwei Sekunden als Kampagne ernst, wäre die Methode: „Wir nehmen Euer Ressentiment und schubsen es zu einer anderen Schlussfolgerung“. So, wie ich dieses Land kenne, könnte das sogar funktionieren.

Ansonsten eine hübsche Eulenspiegelei.
Mit Streitpotential.

http://www.titanic-magazin.de/heft/2015/juli/gaitzsch-huertgen-wolff-flucht-nach-vorne/

A Mile in The Other’s Boots

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Braden Bost, soweit ich das herausbekommen konnte aus den USA, der den von mir gestalkten Blog I Hope You Know What You’re Doing betreibt… -trieb (bin mir nicht ganz sicher), hat vor nun gut zwei Jahren den Artikel On Being an Extrovert in an Introverts-are-Victims World veröffentlicht, der mir so gut gefiel, dass ich spontan um eine Übersetzungserlaubnis bat, damit wir wenigstens in diesem einen Gruppen-Gnatz (und vielleicht das aller erste Mal in der Geschichte der Menschheit) die Sache wie erwachsene Erwachsene klären können – bevor irgendjemand mit einem Traum für seine Vision erschossen wird.


Lass‘ ma zuspitzen…danach ist die Luft besser (Bildquelle: Morguefile.com)

Introversion und Extraversion sind für manche recht empfindliche Themen und ich kann es durchaus nachvollziehen, wenn jemand, der gerade seine Introversion entdeckt hat, eine Zeit lang den Eindruck nicht los wird, die Welt hätte sich gegen ihn oder sie und ihre Mit-Introvertierten verschworen. Ist mir selbst auch passiert, aber: So wenig es sicherlich schaden kann, über das Thema zu informieren – wenn sinnvoll –, so wenig sollte man damit auch unnötig hausieren gehen und einen auf militant machen: Menschen sind unterschiedlich und meistens reicher an Facetten, als sie durchblicken lassen und in den meisten Fällen muss man sich einfach nur in einem modus vivendi treffen, um alles Notwendige reibungslos erledigen zu können – alles andere kann man im Bekanntenkreis, in Blogs, Foren etc. ausdiskutieren, wobei m.E. das Ziel sein sollte, einander zu verstehen. Mr. Bost hat dazu, finde ich, einen herausragenden Beitrag geleistet. Weiterlesen

Merkel kommentiert Kommentare

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Ich habe mir ein wenig Zeit genommen, sich alles setzen zu lassen und ordentlich zu verdauen – und jetzt muss ich aufpassen, alles richtig auf Deutsch hinzubekommen. Irgendwas ist aber auch immer.

Die Rede ist vom LeFloid-Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wer es noch nicht kennt und etwas Zeit hat, oder sich den Spaß noch einmal anschauen will…*summon subject of review*:

Es war interessant, erst die Sache und dann das Medien-Echo zu beobachten. Die beiden Lager waren im Wesentlichen: A) „LAAAAHM!!“; B) „War halt sein erster Versuch, habt Verständnis!“

Oh, ich habe tatsächlich etwas verstanden, Weiterlesen

Dem Volk ins Herz schauen

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Warnung: Dieser Artikel könnte schlecht für Ihren Schreibtisch, Ihre Zähne und Ihr Hirnvolumen sein. Netzwerkmärchen übernimmt keinerlei Haftung für Sach- bzw. Personenschäden, die aus der Lektüre evtl. entstehen.
Im Ernst: Kettenrauchen ist vermutlich gesünder, als Weiterlesen. Geht weg.

Versuche ich ihm ebent mal wieder zu rehten, dem Nivea.

Selber schuld.

Nun, möglicherweise ist etwas dran an der Sache mit dem kleinen Körnchen Gold selbst im größten Hundehaufen. Oder was auch immer eine passende Verbildlichung des Ausgleichs von Yin und Yang wäre.
Für Hobby- und nebenberufliche Soziologen gibt es jedenfalls ein neues Spielzeug. Vermutlich ist es gar nicht so neu, aber ich habe es neulich erst entdeckt, genauer gesagt: Letzte Nacht, in einem Anfall diffuser Insomnia. Statt sich mit komplexen und oft telefon- oder reisekostenintensiven Methoden der Demoskopie herumzuschlagen, kann man auch einfach bei bild.de vorbei schauen. Weiterlesen

Soll, Kann, Wird

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„Sie haben also ein Pferfektionismus-Problem?“ – Würd ich so nicht sagen. – Wie sagen Sie es dann? – Ich sehe nur zu deutlich, was sein sollte, was möglich ist, und was wirklich passiert. Und meistens stellen diese drei „Stufen“ leider einen Abwärtstrend dar. – Das scheint mir aber nicht sehr hilfreich, wenn es Sollte gibt, die nicht möglich sind. – Och, in der Regel sind sie möglich, aber extrem unwahrscheinlich, sobald Menschen ins Spiel kommen. – Die Menschen werden Sie aber nicht loswerden. – Tja. Und was machen wir jetzt? – Sie könnten zunächst einmal aufhören, sich selbst wie ein Schulmeister zu behandeln. – Und wie komme ich dann noch zu was? –

On Beauty

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  • Once we’re not allowed to admire beauty anymore, all will be lost.

Warnemünde C. November 2010. Landwärtige Ansicht.

Beauty comes in many ways, as of bodies, of minds, of souls and thoughts,
it lies in forms, in colors, in sounds, in structure, relation, interaction.
Admiration is not an easy thing to achieve, to maintain – and to stand.
But in principles, it is recognition of plain facts and allowing them to mean, what they mean to you. You need to make an effort to identify and to understand. Your senses only tell you possible ways. You have to choose and to go. That is the meaning of „beauty in the spectator’s eye“.*
So, true admiration is nothing about superficiality, don’t let anyone tell you that, nor that real beauty wasn’t possible, nor that we shouldn’t look at each other, shouldn’t notice each other. Such claims just try to rob you of an important source.
And after all: How are we supposed to find (and keep in mind) the meaning of meaning, if not by being impressed sometimes by something?

Warnemünde C. November 2010. Seewärtige Ansicht.


*) And therefore, the images may mean nothing to you. I just took the chances to show this is not solely about people and artifacts.

Understanding Nonsense

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An Empire Fading// Das Imperium tritt zurück

 Auf der Insel haben sie vielleicht Probleme! Da bin ich doch froh, hier gemütlich auf dem Kontinent zu sitzen.

Wussten Sie schon, dass Angehörige ethnischer Minderheiten unfähig zu Rassismus und Sexismus sein sollen (oder zumindest dann, wenn es Angehöriginnen sind)? Mag für einen unbedarften Beobachter nach einer zumindest latent rassistischen These aussehen, allein der Trick liegt in der Definition. Und am Ende hängen wir in den selben Ketten fest, von denen die Definitoren uns angeblich befreien wollten. Weiterlesen

Von Kindesmund

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  • „Niemand hat Dich nach Deiner Meinung gefragt!“ – Ich weiß. – Was sollte der ganze Aufriss dann? – Hätte ich gewartet, dass jemand fragt, ich wäre doch nie zu Wort gekommen. – Kinder soll man aber sehen und nicht hören. – Und Erwachsene sollten edel sein, weise und gut. –

…and all the casualties in vain…

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Liebes Tagebuch,

heute war fast ein schöner Tag. Bei Google auf Seite 1 aufzutauchen (dank Helm), pinselt schon Bauch, das Wetter war gut, das Essen besser, und die Streitkultur war schon einmal sehr viel höher entwickelt. Erzählte man mir. But why bother with reason when one can just call the police? It’s about…how to say…well: Sons of bitches. Not my idea. Weiterlesen

¿”¡□n!”? 2

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  • Nichts ist widerwärtiger, als auf Befehl zu lachen. Nichts führt sicherer ins Unglück, als eine „Pflicht zum Glück“. Ist dies nicht der Kern jeglicher Kritik an der „Spaßgesellschaft“ –

– … so sollte er es doch auf jeden Fall einmal werden: Sag mir nicht, wie ich glücklich werden soll, sag mir nicht, dass ich glücklich sein sollte – und sag mir vor allem nicht, dass ich böse kucke, wenn mein auditives Subsystem gerade mit Beethoven kopuliert.

Außerdem ist doch immer auch die Frage: Pflicht wem gegenüber?

PS: Aber darüber wie – und wie definitiv nicht – man glücklich werden und sein kann, darüber lässt sich schon reden.

Unter Geiern

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  • „Ich habe mir jetzt einen Zweitklässler zum Verprügeln gesucht.“ – Kant? – Nee, Kant ist Kindergarten.

 


Gespräche, die so niemals stattfinden sollten, 6. Livemitschnitt.

Sehr lose Reihe:


 …und wo ich gerade dabei bin (dann haben wir es hinter uns): Kant lesen ist einfach. Kant kritisieren ist einfach. Ihn dabei nicht schreiend an die Wand zu  werfen, ist eine echte Herausforderung.

Und das schreibe ich als erkenntnistheoretischer Ex-Kantianer.

Rhyme Sundae #2: ¿“¡□n!“?

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Man will!
Allein, es fehlt das Wissen
Da ist man schön ins Bein gebissen
Kann wirbeln, Aufruhr machen, schrei’n
Doch selten nur geduldig sein
Und Kenntnis harrend
Still.///


Kleine Übersetzungshilfen für den Titel:

http://de.wikipedia.org/wiki/Modallogik#Notation

http://en.wikipedia.org/wiki/Modal_logic

Wilde Vermutung

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  • Möglicherweise liegt das Geheimnis guter Dichtung darin, dass man sich einerseits auf das beschränkt, was man mag und kann – und es andererseits auf die Spitze treibt.
    Bei Lovecraft war es das Thema des Ur-alten, bei Doyle die Frage um die Rolle der Vernunft, bei Hesse die Suche nach dem Ich, bei Bemmann die Vermittlung zwischen Ich und Wir, bei Nietzsche das ewige „si?“*, bei Tolkien das Werden der Welt seiner Sprachen, bei Adams das Absurde**, bei Pratchett das tatsächliche Leben trotz des Absurden, bei Rand die Freiheit … sie alle haben ihr Typisches davon bekommen, ihren Charakter, ihr literarisches Sein.

*) Lat. Fragepartikel (bipolar), ins Deutsche unübersetzbar (außer durch Syntax), engl. „whether“/ „if“, russ. „ли“ – wir könnten vllt. mit „wirklich?“ oder „ist das wirklich so?“ oder „wie wäre es denn anders denkbar?“ umschreiben.

**) Ja, das Selbe gilt auch für Sartre und Camus, aber mal im Ernst: Was habe ich von einem Belletristiker, der mich unlösbar deprimiert? Mit Adams lässt es sich eine Zugfahrt von der Ostsee in den Schwarzwald lang aushalten, mit „L’estránger“, der Pest und dem Ekel nicht mal ein Frühstück lang.

Volontaristisches Ko’an

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  • Als Der Unbekannte Meister noch nicht Der Unbekannte Meister war, sondern bloß ein unbedeutender Schüler, war groß seine Begierde zu lernen und suchte er viele andere Meister heim. Dabei kam er auch zu Bu’shi, dem Versunkenen, betrachtete ihn in der Versenkung und stand ihm drei Nächte und Tage lang gegenüber, bis der Meister ein Auge auftat, den Jüngling besah und schließlich anhub, zu fragen, und frug: „Wer bist Du?“ Der Schüler besann sich nicht lange und sprach: „Einmal Stracciatella wäre nett.“ Weiterlesen

Mehr Nietzsche wagen

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  • „Wer bist Du?“ vs. „Was willst Du?“ – Auch, wenn es erst gegen Auflösung 1 (Schatten) hin explizit aufgedeckt wird, ist die Spannung dieses Gegenübers einer der handlungstreibenden Hauptfäden über etwa 70% der Serie Babylon 5. Es entspricht dem Gegenüber von vita contemplativa (Betrachtung) und vita activa (Handlung). Da einem die erste Frage im Vorspann der fünften Staffel regelmäßig um die Ohren fliegt, hatte ich jede Menge Anstoß und Zeit, ein wenig darüber nachzudenken (will sagen: Nicht, wer ich bin, sondern was die Frage bedeutet).

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Nachts im Wald (2/2)

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zu Teil 1: Neulich im Außendienst

War es ein Zeichen oder ein dummer Zufall? Fünf Meter neben ihnen schlug etwas ein und zerbarst mit einem grässlichen Diskord.
„Wenn wir uns zum Krater begeben, müssten wir einigermaßen sicher sein.“ – Du vertraust auf die Stochastik, während Schicksal offensichtlich gerade auf die Regeln pfeift und Amok läuft? – Uns bleibt gar nichts anderes übrig. Du hast gesehen, wie viele davon aufgestiegen sind.
Also kauerten sie sich in das Loch im Boden, warteten ab und übersahen die Lage. Der Anblick war weniger spektakulär, als man nach dem Lärm hätte erwarten mögen: Das Feuer am Boden hatte es schwer, gegen die vom Frühlingsregen vollgesogenen Wände anzukommen und schwelte eher unmotiviert vor sich hin, während am Himmel nichtmal eine Handvoll blassblauer Sterne noch stieg oder schon fiel. Was auch immer es war, das da rudelweise zu fliegen versuchte, wenigstens waren davon nicht allzu viele Exemplare bei der Explosion entflammt.
„Sobald alle unten sind, müssten wir das Schlimmste überstanden haben.“ – Du meinst: Sobald alle unten sind und falls Er nicht nachtragend ist. – Warum sollte er? Er ist bloß ein Technokrat.
Sie lauschten auf verdächtiges Hufklappern, bekamen jedoch nur drei weitere Einschläge zu Gehör. Einer davon mit Brandsatz, der sich großzügig auf die umstehenden Bäume verteilte, aber auf die selben Probleme stieß, wie das Feuer in der Stadt.
„Wenigstens haben wir jetzt Licht.“
Sanna sah ihn ernst an.
„Was hast Du Dir dabei gedacht?“ – „Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod.“* – Du hast ihm den Arm gebrochen. Zugegeben, sehr beeindruckend, aber doch noch ein paar Hausnummern von „vernichten“ entfernt. – Immerhin hat es ihn erfolgreich von seiner Pflicht abgehalten. – Ich hab Dich nicht darum gebeten, schnappte sie und hustete. Die Aufregung bekam ihr nicht. Und die Nachtkühle schon gar nicht. „Ich hatte mich damit abgefunden.“ – Ich mich aber nicht. Und wie oft bekommt man schon so eine Chance?“
Sie konnte nur den Kopf schütteln.
„Aber dafür vielleicht die Apokalypse auslösen? Für einen einzigen Menschen?“ – Wenn es derjenige Mensch ist, ohne den einem die ganze Welt gestohlen bleiben kann… Und wir werden eine Möglichkeit finden.“
Nachdem der Klavierschauer aufgehört hatte, fielen beide in einen unruhigen Schlaf. Der nächste Tag fand sie klamm, aber lebend vor und die Sonne tat ihr Bestes, ihnen die Kleider zu trocknen und neue Zuversicht einzuflößen. Wie es aussah, hatten sie jetzt erstmal Zeit. Die Zukunf war wieder offen.


*) 1.Kor. 15,26.